Month: August 2014

Bange Heimkehr

Als die, die vieler Franzosen Städte gesehen und welsche Unsitten gelernt hatten,
die schroffer Felsen Gefahr entgangen, kataleptischen Stränden entflohen waren,
als die also, die der aufgepeitschten See getrotzt und die Wolkenberge konsumiert hatten,
die auf den teuren Straßen so viele unnennbare Leiden erdulden mussten,

als die Vielgereisten sich ihrem halb-vermissten Heim näherten,
als die Vielgeprüften schließlich ihre schweren Lider lüpften,
sahen sie ihr Haus und sie sahen, zur basser Verwunderung, dass es immer noch stand!

Nicht abgebrannt war es und nicht niedergerissen und nicht geschleift!
Und da sie es noch stehend sahen, erglomm Hoffnung in den Kohlenflözen ihres Sinnens.
Dass der Sohn, der Testosterongetriebene, der 16 Lenze-Herkules, der wegen Bocklosigkeit zurückbleiben wollte,
der zu Katzenfütterungszwecken zurückbleiben musste,

dass der garstige Sproß und seine Freundeshorden nicht allzu arg, nicht allzu gnadenlos ihr Unwesen getrieben hatten.
Dass die Zivilisation nicht gänzlich ausgelöscht in seinem wilden Herzen ist!

Und da die Vielgereisten in den Flur traten und ihren keine Opiumdüfte, keine Stehkneipen-Miasmen, kein Rückverdauungs-Odeurs zuwehten,
und da sie auf den Sofas keine ruchlosen Metzen vorfanden, da die Bücherregale allesamt noch in Reih und Glied, da der Flachbildschirmfernseher noch am Stück,
da alle Ming-Vasen immer noch orginal-gefälscht unzersprungen und das Haus weder Mülldeponie noch Fliegenaufzuchtstation geworden und da auch sonst alles piccobello,

da stoch die Vielgereisten die Furcht wie Dolchstöße, dass etwas nicht mit rechten Dingen…

Doch! Jedoch! Als aber! Und allerdings! Und da…

sie die Küche betraten, die Vielgeprüften, die Leiderprobten, die Guterholten, da flog ihnen der garstige Testosterongesteuerte an die Brust und herzte einen nach dem anderen.
Und auf dem Herd köchelte schon ein herzhaftes Nudelgericht zum Willkommen, Wohlgeruch zog in die Zinken, Freude in die Brust!

So trafen sich der Vielgereisten Blicke zum Triumph, wie perfekt ihr Erziehungskonzept, jene meisterliche Mixtur aus Drohung, Erpressung und billigen Versprechen funktioniert hatte!

Abwesenheitsmeldung

Ich habe leider, leider ganz woanders was zu tun: am Strand muss ich liegen, den Tiden muss ich trotzen, in Hafenspelunken muss ich zechen, Wolken muss ich beobachten, Klippenklettern muss ich tun, Hummer muss ich verzehren, Jakobsmuscheln sowieso, Gedanken muss ich stattfinden lassen, Frau und Tochter bin ich gezwungen ins Meer zu ducken, etc.

Deshalb überlasse ich leider, leider bis zum 16. August diesen Blog seinem Schicksal.

Wer nun bis dahin dringenden, quickie-spontanen Lesebedarf verspürt, dem empfehle ich entweder selber was schreiben oder ersatzweise Goethes Wilhelm Meister, Nietzsches Gesamtwerk (ed. Colli/Montinari) oder schlichtweg George V. Higgins Die Freunde von Eddie Coyle zu entbuchstabisieren. Sozusagen als Urknall und  Dingsbums-Methadon.

Bis dann.